Jubiläum für Kombivan: 20 Jahre Renault Kangoo

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Der erste Kangoo blickt sympathieheischend aus der praktischen Karosserie in die Welt. Foto: RDAG/dpp-AutoReporter

Jubiläum bei Renault: Der Kangoo wird 20 Jahre alt. Im September 1997 feierte der Kombivan Deutschlandpremiere und überzeugte mit seinem originellen Auftritt und seinem riesigen, variablen Platzangebot auf kleiner Verkehrsfläche Fachpresse und Käufer - zu Preisen ab 22.290 Euro. Viele fühlten sich bei der Premiere an das Comeback des legendären Renault 4 erinnert, der das Konzept des kleinen Fronttrieblers mit geräumigem Innenraum und großer Heckklappe mit definiert hatte. Der Kangoo war jedoch alles andere als retro, sondern ein von Grund auf modern konzipiertes Auto. Das komplett auf dynamische Attribute verzichtende Design spielte geschickt mit dem Kindchenschema. Bis heute produzierte Renault rund vier Millionen Kangoo beider Modellgenerationen.


Die technische Basis bildet der Kleinwagen Clio. Auch antriebsseitig haben Wirtschaftlichkeit und Vernunft Vorrang vor Dynamik. Der Kangoo startet seine Karriere mit zwei Benzinmotoren mit 43 kW/60 PS und 55 kW/75 PS sowie zwei 1,9-Liter-Dieselaggregaten mit 41 kW/55 PS und 47 kW/65 PS.


In der Folgezeit erweitert Renault die Kangoo Palette um neue Varianten und Motorisierungen. So kommt kurz nach der Pkw-Version die Lieferwagenvariante Kangoo Rapid mit bis zu 3,0 Kubikmeter Laderaumvolumen auf den Markt. In Deutschland debütiert der kompakte Transporter im Mai 1998. Ab Dezember 2001 stattet Renault den Kangoo mit den modernen 1.5 dCi-Common-Rail-Turbodieseln aus, und im August 2003 erscheint mit dem Kangoo 4x4 das erste Modell seiner Klasse mit permanentem Allradantrieb. Damit steht Behörden, Förstern, Jägern und Landwirten ein robustes Fahrzeug zu günstigen Pkw-Preisen für unbefestigte Wege zur Verfügung.


Die unverstandenste Variante ist bis heute der merkwürdige Kangoo II be bop von 2009: Die vermutete Marktlücke für ein ursprüngliches Platzwunder, das zum beräderten, zweifarbigen Lifestyle-Würfel zusammengekürzt wurde, existiert einfach nicht.


Zwei Nummern größer erscheint im Frühjahr 2012 der Grand Kangoo. Dank 4,6 Meter Länge, 3,08 Meter Radstand und sieben Sitzen kann jetzt auch die Großfamilie in voller Besetzung ins Grüne fahren. Die beiden Einzelsitze in der dritten Reihe lassen sich verschieben, zusammenlegen oder komplett nach vorne klappen. Werden sie ausgebaut und die Sitzbank der zweiten Reihe umgelegt, stehen im Grand Kangoo bis zu 4,6 Kubikmeter Ladekapazität zur Verfügung.


Noch in anderer Hinsicht sorgt der Kangoo für Aufsehen: als Basis für den ersten rein elektrisch betriebenen Transporter in Großserie. Ende 2011 präsentiert Renault den Kangoo Z.E., unter dessen Fronthaube ein 44 kW/60 PS starker Elektromotor arbeitet. Seine Energie bezieht das E-Aggregat von einem unterflur eingebauten Lithium-Ionen-Akku. Der Kangoo Z.E. spielt seine Stärken speziell beim Einsatz in der City aus: Geräuscharmer Antrieb, lokale Emissionsfreiheit und entspanntes Fahrgefühl ohne Schalten. Im Sommer 2017 aktualisiert Renault den Elektrotransporter mit neuer Batterie und einem neuen Elektromotor für bis 270 Kilometer Reichweite. Damit zeigt Renault, dass auch 20 Jahre nach seinem Debüt noch immer viel Potenzial im Kangoo steckt. (dpp-AutoReporter/wpr)