Audi importiert künftige Intelligenz aus Österreich

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Audi und die JKU Linz/A gründen Zentrum für Künstliche ‚Intelligenz‘, hier im Test am A7 piloted driving concept. Foto: Audi/dpp-AutoReporter

Audi und die Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU) forschen künftig gemeinsam am vermeintlich ‚intelligenten‘ Auto der Zukunft. Dazu heben die Bayern mit der österreichischen Hochschule das ‚Audi.JKU deep learning center‘ aus der Taufe. Durch die Kooperation mit dem Lehrstuhl für Bioinformatik von Prof. Sepp Hochreiter will Audi den Einsatz Künstlicher ‚Intelligenz‘ (KI) im Auto voranbringen, fördert die Grundlagenforschung auf diesem Gebiet und sichert den schnellen Wissenstransfer in die Praxis. Im Rahmen der Kooperation unterstützt der Autobauer an der JKU Linz unter anderem gezielt junge Wissenschaftler.

 

Hochreiter gilt als Experte auf dem Forschungsgebiet der Künstlichen ‚Intelligenz‘ und hat zur Grundlagenforschung der ‚Deep-Learning‘-Technologien beigetragen - einer Methodik, die dem Lernprozess des menschlichen Gehirns nachempfunden ist. Die von ihm entwickelten 'Long short-term Netze‘ (LSTM) etwa sind Basis für die Spracherkennungssoftware in jedem Handy. Hochreiters Institut für Bioinformatik an der JKU Linz gilt unter KI-Experten seit Jahren als renommierte Adresse. Einen Austausch mit Audi zum Thema autonomes Fahren gibt es bereits seit mehreren Jahren.

 

„Es steckt noch enormes Potenzial im Einsatz von KI-Methoden für selbstfahrende Autos, die nicht nur Spracherkennung ermöglichen, sondern sogar Absichten und Wünsche der Passagiere vorhersehen und darauf regieren", sagt Hochreiter. „Dank LSTM-Netzen wird sich der Fahrer in seinem Auto in Zukunft wohler fühlen als in seinem eigenen Wohnzimmer." Naja.

 

Das Center startet seine Arbeit mit fünf Projekten. Erforscht wird zum Beispiel, wie ein pilotiert fahrendes Auto in komplexen Verkehrssituationen sein Umfeld exakt wahrnehmen und interpretieren kann. Es muss Gefahrenstellen frühzeitig erkennen und Reaktionszeiten optimieren. Ein anderes Projekt beschäftigt sich mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Fahrzeugsensorik.

 

„Die neuen Erkenntnisse sind entscheidend, um unsere Autos Schritt für Schritt ‚intelligenter‘ zu machen", sagt Dr. Peter Steiner, Geschäftsführer der Audi Electronics Venture GmbH. Die Softwareschmiede von Audi fungiert als fachliche Schnittstelle und Hauptansprechpartner der JKU Linz. (dpp-AutoReporter/wpr)